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Auweia, Chefin ist ein wenig im Echauffement mit uns Pudeln! Da hat sie doch glatt ein Klagelied geschrieben. Vorab: Ich kann Chefin nicht verstehen. Wir Pudel sind nun einmal schlau. Chefin soll sich doch glücklich schätzen, dass wir sie überhaupt für würdig erachten, das Leben mit ihr zu teilen, und sie in Haus und Garten dulden. Sie macht ja auch insgesamt einen ganz guten Job als Pudelmagd. Aber Grund zum Jammern hat sie nun wirklich nicht. Ich schätze ihre Arbeitsbedingungen als durchaus angenehm und angemessen ein. Als Lohn fressen wir ihr aus der Hand. Ihren Urlaub auf dem Schiff - ohne uns - hatten wir ihr auch genehmigt und ein ausgesprochen warmherziges Rückkehrgespräch mit ihr geführt. Mehr kann sie wirklich nicht erwarten.

Also was sie hier von sich gibt, ist wirklich "Jammern auf hohem Niveau":


"Klagelied einer rückenlahmen Pudeltante:

Kein Mensch hat mich im Vorfeld meiner Pudelei über die Inkompatibilität dieser Lockenmonster mit dem norddeutschen Regenwetter aufgeklärt.

Kein Mensch hat mich darüber aufgeklärt, dass ein junger Pudelrüde, der immer noch nicht sein Beinchen hebt, kraft seines standesgemäßen quadratischen Körperbaus ständig seine Vorderbeine anpinkelt.

Kein Mensch hat mich darüber aufgeklärt, dass manche Lockenmonster den Regen derart eines Pudels für unwürdig befinden, dass sie dann ihr kleines Geschäft bedenkenlos v o r der Hundeklappe drinnen - immerhin auf der voll waschbaren  Hundematte - verrichten.

Kein Mensch hat mich darüber aufgeklärt, dass  es unter den - doch "ach so netten und mit jedermann verträglichen" Pudelmonstern den einen Satansbraten gibt, der sich mit seinem Frühstückskeks mitten ins Wohnzimmer legt, keinen seiner Kameraden vorbei lässt, sondern wie ein Pitbullterrier seinen Keks belauert und verteidigt.

Kein Mensch hat mich darüber aufgeklärt, dass diese Lockenmonster nur unter großen Kraftanstrengungen bereit sind, dem Besitzer ein bißchen Platz im Bett und im Sessel einzuräumen.

Kein Mensch hat mich darüber aufgeklärt, dass diese Lockenmonster einen derartigen Charme versprühen, dass ich

- gerne am verregneten Wochenende täglich zwei dreckige Pudel bade, blowere und frisiere,

- gerne Socken und Schuhe im Garten suche,

- gerne den armen gepeinigten Islandhund am Satansbraten vorbeilotse, damit er überlebt,

- gerne als Ölsardine zusammengepresst mit Rückenschmerzen in Sessel und Bett kauere, damit die Pudel genug Platz haben.

Hätte man mich aufgeklärt: Niemals hätte ein Pudel meine Schwelle überschritten!"

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Das Unschuldslamm vom Lande...
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Wer stolziert über den Tisch in black and tan? Heute nicht Mephisto, sondern der Amselmann. Jedes Jahr baut er bei uns sein Nest- er findet unser Gestrüpp ganz allerbest. Ich bin zwar tolerant. Doch insgeheim denk' ich: "Diese Amsel ist schon allerhand!
Bekommt ihr Frühstück von meinem Tisch - das ist doch wirklich ärgerlisch! Wo lege ich mich nun zum Päuschen hin? Ich, der ich doch der wahre king of table bin!"
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Chefin und ich sind doch irgendwie seelenverwandt: Genau wie ich, der ich poetisch - philosophisch - politischer Pudel bin, kann sie auch ihre Klappe nicht halten, wenn ihr etwas gegen den Strich geht. Ich äußere auch gerne lautstark meine Meinung zu den Unbillen dieser Welt. Womöglich trete ich nicht ganz so differenziert und eloquent auf wie Chefin. Das Kommunikationsvermögen eines Hundes - selbst das eines Pudels - erscheint neben den wortgewaltigen humanistischen Lautmalereien durchaus begrenzt. Doch geht mir etwas quer, kann ich das auch sehr gut mit meinem Repertoire an diversen Knurr-, Bell- und Jaullauten zum Ausdruck bringen. Nehme ich dann noch Schwanz und Augenaufschlag zuhilfe, versteht mich eigentlich jeder. Der Unterschied zu Chefin besteht allerdings darin, dass ich mitunter nicht so durchsetzungsstark bin. Die Herrschaften machen mit mir trotz meiner Protesthaltung, was sie wollen (Baden, bürsten, vom Sofa verscheuchen, nichts vom Tisch zu fressen geben, etc.). Chefin ist da offensichtlich erfolgreicher. Dafür hat der Chefredakteur unserer Lokalzeitung ihr nun einen neuen Spitznamen verpasst, wie Ihr dem Artikel von heute entnehmen könnt. Tja, wenn es um Transparenz, Offenheit und Demokratie geht, ist mit Chefin - und natürlich auch mit mir - nicht zu spaßen...

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Chefin und ich tauschen uns ja des öfteren über das politische Geschehen in der Welt aus. Nun haben wir zusammen dem Donald Trump die Meinung gegeigt. Auf Richterschelte reagieren wir empfindlich. Wir sind nun twitter follower of Donald Trump. Folgendes haben wir ihm dort zu seinem Kommentar zur Aufhebung des Pauschal - Einreise - Verbots geschrieben: "That judge is not a "so-called-judge", but a sensitive defender of the US constitution!"

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Unser Knutschclown fängt an, mir Konkurrenz in der Frauenwelt zu machen. Unsere Hundetrainerin, die darauf besteht, reinrassige Golden Retriever zu züchten, ist für die Wunschanpaarung vom Knutschclown mit ihrer geliebten, selbst gezüchteten Smilla allerdings so gar nicht zu begeistern. Und Ich? Bin ein Verfechter der freien Partnerwahl - soll jeder nach seiner Façon glücklich werden - wo die Liebe hinfällt... Und Chefin? Macht sich mal wieder ihre eigenen Gedanken:


Was ist die Steigerung von Pudel?

Natürlich Golden Doodle!

Der Knutschclown ist total gerührt,

seine liebste Smilla hat ihn verführt.

Von Kindesbeinen an

schreitet die Beziehung munter voran.

Jetzt sind sie in der Pubertät,

nun gewinnt das Poppen Priorität.

Die kindliche Unschuld haben sie verloren,

als Liebesnest den Hundeplatz erkoren.

Smillas Züchterin ist (noch) sehr erbost.

Ich versprach ihr viele Alimente zum Trost.

Doch sie ist und bleibt Rassistin.

"Smilla findet noch den Richtigen, da bin ich Optimistin."

Dabei halten die beiden sich zärtlich die Pfoten.

Warum nur wird diese Liebe verboten?

Clowny und Smilla sind ein glückliches Paar -

sie haben sich ewige Treue geschworen, wirklich wahr!

Kann denn Liebe Sünde sein?

Golden Doodles sind doch auch ganz fein!

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Chefin hält viel von der Theorie der Kontinuität der Geschichte: Ich kleiner Teufel im Januar 2016
Alles wiederholt sich, alles war schon mal da...
Der Knutschclown im Januar 2017
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Ich bin entmannt!

Chefin hat mich entmannt!

Meistens kommt ja nichts gutes dabei heraus, wenn Chefin mich nach einem dieser widerwärtig stinkenden und nassen Schönheitsbäder auf den Trimmtisch packt. Dieses Mal aber hat sie sich selbst übertroffen! "Ich will einmal ausprobieren, wie Du ohne Bart aussiehst." Sprach es und griff behende zur Schermaschine mit kurzem Messer. Ehe ich noch nennenswert protestieren konnte, nahm sie meine Schnauze in den Klammergriff. Ein paar Mal Ritsch - Ratsch und schon war ich nackicht. Nicht einmal meine wertvollen Tasthaare blieben verschont und wurden - Gott sei Dank ließ sie mir etwas an Länge von diesen wertvollen Sinnesorganen übrig - radikal gekürzt. Ich bin empört! Ein bißchen mehr Hundeverstand hätte ich Chefin zugetraut. Aber die Pudelmania scheint sie voll im Griff zu haben.

Immerhin hat sie mir in die Pfote versprochen, dass von heute an mein Bart wieder wachsen darf.

Ich werde Chefin zu gegebener Zeit daran erinnern!

PS: Natürlich sehe ich auch im neuen Look unverschämt gut aus und habe Schlag bei den Frauen. Auch wenn der Bart nun erst mal ab ist...

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